GeoTagging

Geowas? Geotaggen ist das versehen von Bildern mit den Koordinaten der Aufnahme.

Wozu das denn?

So kann man zu jedem Bild genau sagen, wo es aufgenommen wurde, da die GPS-koordinate direkt in das Bild geschrieben wird.
Eine Anwendung ist Google Earth – man kann eine spezielle Datei erzeugen, in der Miniaturvorschauen der Bilder jeweils direkt an der Stelle auf der Karte angezeigt werden, wo sie aufgenommen wurden.
Beispiel

Wie geht das

Man braucht dazu eigentlich nur 3 Dinge: GPS mit Trackaufzeichnung, die Bilder und eine entsprechende Software.
Ich persönlich arbeite mit RoboGeo aber es gibt auch Freeware-Alternativen.
Wichtig ist, daß die Uhrzeit der Kamera möglichst auf die Sekunde stimmt.
Es ist hilfreich, wenn man ein Foto vom eigenen GPS macht während das GPS die Zeit mit Sekunden anzeigt – so kann man dann dann eventuelle Abweichungen der Uhrzeit feststellen und mit Hilfe von Robogeo nachträglich korrigieren.
Außerdem braucht Robogeo die Trackaufzeichnung aus dem GPS.
Gegenüber anderen Programmen besticht RoboGeo vor allem durch die Möglichkeit, statt nur einer Trackdatei gleich einen ganzen Ordner mit Trackdateien anzugeben.

Vorbereitungen

Bevor es losgeht, muß man sein GPS so einstellen, das es einen Track aufzeichnet. Die meisten Geräte machen das von alleine. Garmin Geräte mit microSD-Karte könne auch gleich für jeden Tag den Track auf der Speicherkarte ablegen.
Dazu muß man im Hauptmenü die Tracks aufrufen, Einstellungen, Einstellung Chip, und den Haken bei „Track auf Chip speichern“ setzen.
Anschließend speichert das Gerät automatisch den Track tageweise ab, wobei die einzelnen Tracks z.b. 20071206.gpx heissen – also der 06.12.2007 als GPX-Track.

Unterwegs

Unterwegs sollte man das GPS eingeschaltet laufen lassen. Man kann dann fotografieren ohne das GPS extra aus der Tasche nehmen zu müssen (Hauptsache das GPS hat Empfang!)
Als erstes oder letztes Foto sollte man das GPS-Display knipsen während die Uhrzeit inklusive Sekunden angezeigt wird – mit diesem Foto kann man später die Uhrzeit kalibrieren – denn die Uhr in der Kamera kann schonmal abweichen….

Nach der Tour

Als Vorbereitung des eigentlichen Geocodierens muß man die Bilder auf den PC laden und auch die dazugehörigen GPS-Tracks als GPX-Datei.
Besonders einfach geht das Runterladen bei Garmin Geräten mit microSD-Karte. Hier gehts man ins Menü, Einstellungen, Schnittstelle und durch Anwählen von „USB Massenspeicher“ verhält sich das Garmin wie ein USB-Stick und man kann einfach die gewünschten Dateien im Windows Explorer kopieren.

Geocodieren

Um sich die Arbeit zu erleichtern, sollte man alle Bilder die man bearbeiten möchte in einen Ordner zusammenkopieren. Es sollten keine zusätzlichen Bilder enthalten sein.
In RoboGEO kann man nun auf der linken Seite unter „Step #1“ den gewünschten Ordner auswählen. Anschließend werden die Daten der gewählten Fotos in der Tabelle angezeigt.

Eventuell muss man jetzt die Uhrzeit der Bilder noch anpassen.
Dazu wählt man das Foto aus, bei dem man das GPS-Display mit der sekundengenauen Uhrzeit geknipst hat.
Um die Bilder dann zu korrigieren, wählt man die Bilder aus, rechte Maustaste und dann „Edit Time“. Bei meinen Beispieldaten betrug die Abweichung 1 Minute und 24 sekunden also 84 Sekunden. Im Dialog gibt man nun „@-84“ ein um die 84 Sekunden abziehen zu lassen.
Wenn nun die Uhrzeit im Bild mit der Exif-Uhrzeit übereinstimmt kommt der nächste Schritt.

Bei „Step #2“ wählt man nun „From a tracklog file“ und wählt dann die GPX-Datei(en) aus.

Anschließend werden von RoboGEO die Koordinaten der Bilder automatisch aus der Uhrzeit der Aufnahme ermittelt.
Deswegen ist es auch so wichtig, daß die Uhrzeit genau stimmt.

Nun kann man mit den Koordinaten verschiedenes anstellen.
Ich persönlich empfehle vor allem unter „Step #3“ „Write the location data to the Exif headers“. Dadurch wird die ermittelte Koordinate unsichtbar in das Bild geschrieben und kann von entsprechender Software genutzt werden – dazu später mehr.

Um die Koordinaten grob zu überprüfen kann man unter „Step #3“ „Export a GPX File“ wählen – diese GPX-Datei kann man sich dann z.b. mit Mapsource öffnen. Dadurch wird in der GPX-Datei pro Bild ein Wegpunkt angelegt.

Auch sehr schöne Ergebnisse erzielt man mit „Step #3“ „Export to Google Earth“. Im Folgenden Dialog kann man z.b. „KMZ w/images“ anwählen und „Resize to max 300 Pixel“ Dadurch erzeugt man eine datei für Google Earth in der die Bilder gleich mit enthalten sind in verkleinerter Form. Diese Datei kann man dann z.b. Freunden schicken.
Damit man sich davon ein Bild machen kann, habe ich auch eine fertige KMZ-Datei mit bei den Beispieldaten zum runterladen abgelegt.
Die Bilder so per Google Earth anzusehen wobei die Bilder am Aufnahmeort angezeigt werden ist eine ganz andere Art, Urlaubsfotos anzusehen die viel Spaß machen kann.

Was kann man damit noch anfangen

Da nach den oben erläuterten Schritten die GPS-Koordinate eines Bildes direkt in den EXIF-Daten steht – also im Bild, kann man über die Software Opanda IExif ein Bild direkt im Windows Explorer anklicken und sich die zugehörige stelle in Google maps anzeigen lassen.

Beispieldaten und Software

KMZ-Datei
ein fertiges Bild mit Exif-Daten
Shareware RoboGeo
Freeware Opanda IExif – Anzeigen der Exif-Daten auch für Windows Explorer

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